Am gestrigen Sonntag haben wir einen Ausflug nach Potsdam gemacht. Ich lebe jetzt schon einige Jahre in Berlin, aber in den Park Sanssouci habe ich es bisher nocht nicht geschafft.
Um 10:15 Uhr satteln wir unsere Fahrräder, Rucksack auf, trinkflasche gefüllt und los gehts. Zunächst einmal geht es queer durch die Stadt über die Bernauer Straße, Invaliden Straße, vorbei am Hauptbahnhof, Kanzleramt. Dann der Tiergarten, Siegessäule, Ernst Reuter Platz. Weiter auf dem Kaiserdamm, dann Richtung Funkturm/ Messe und ab gehts in den Grunewald. Geschafft, hier gibt es jetzt parallel zu Avus einen breiten Fuß und Radweg. Dieser ist auch ganz gut frequentiert.
Inzwischen überkommt mich ein leichtes Hungergefühl, ich dachte an einen Burger. Ich reiß mich aber zusammen bis wir in Potsdam sind. Kurz vor Potsdam habe ich dann plötzlich das Gefühl, ich trete auf der Stelle. Ein leichter Gegenwind weht, aber das kann es doch nicht sein, ich schaue mal etwas weiter nach vorn und sehen einen ewig langen Berg, ein Blick zurück verrät mir, ich befinde mich schon eine ganze weile auf selbigen. Nun also Zähne zusammen beißen und durch bzw. rauf da. Geschafft, jetzt gehts auch gleich wieder zügig hinab am Fuße des Berges erreichen wir eine Brücke und das Orteingangsschild von Potsdam, welches gleichzeitig das Ortsausgangsschild von Berlin ist. Wir sind jetzt, wenn ich mich recht entsinne, ungefähr bei km 35. Der Gedanke, das das auch noch mal für den Rückweg gilt, erschreckt mich etwas, aber mein nächster Gedanke, die S-Bahn ist ganz in meiner Nähe, beruhigt mich wieder.
Wir düsen mit unseren Bikes durch Potsdam, Micha zeigt mir das Holländische Viertel, sehr hübsch. Jetzt gibt es aber erstmal den Burger, den haben wir uns verdient. So und ab Richtung Park Sanssouci, wir erreichen den Park und leider darf man mit Fahrrädern nicht herein. Wir fahren zum nächsten Eingang direkt am Schloß. Die Fahrräder stellen wir ab. Der Eintritt ist kostenlos, wer möchte kann allerdings einen Euro spenden, wir wollen nicht. Ich brauch mein Kleingeld vielleicht noch für die S-Bahn :-)
Ich kannte das Schloß bisher nur von Bildern und war erstmal etwas entäuscht, so groß war es nun ja nicht, aber nachdem wir den Weinberg hinunter gegangen sind, sah es dann doch ganz beeindruckend aus. Mann kann sich das Schloß von innen ansehen, allerdings waren wir nicht bereit dafür 12 Euro pro Person auszugeben. So langsam erahne ich die Ausmaße dieses Parks, unglaublich wie groß. Die ganzen Stufen des Weinbergs müssen wir nun wieder hinauf, es kneift ein bisschen in den Beinen. Wieder auf dem Sattel gelangen wir zur Orangerie, hier parken wir unsere Räder noch einmal und schauen uns ein wenig um, es sind wieder etliche Stüfen zu überwinden.

Wir finden einen Park Eingang der das Fahrrad fahren, sagen wir mal nicht verbietet, wir sind auch nicht die einzigen mit dem Fahrrad. Wir sind am neune Palais, hier lebte unser letzter Kaiser Wilhelms II. bis zu seiner Abdankung , mächtig gewaltig. Wir verlassen den Park nun wieder und fahren in das Zentrum von Potsdam um uns dann wieder auf den Heimweg zu machen. Wir sind jetzt bei km 50 und befinden uns wieder am Fuße des bösen Berges. Mit aller Kraft gehts hinauf, der Berg scheint viel Höher geworden zusein. Vor uns zwei Jungs mir Ihren Rennrädern und den perfekt sitzenden Klamotten sehen sie aus wie Jan Ulrich und co. Wir nähern uns immer mehr an und ziehen schließlich an Ihnen vorbei. Wir haben Mountain Bikes und nicht so tolle Klamotten dafür ordentlich Bumbs in den Beinen :-) der Berg kann uns nichts anhaben. Hinunter können wir uns wieder treiben lassen. Irgendwann erreichen wir auch wieder den Grunewald, noch viel mehr Menschen als heute morgen, das Wetter ist auch bombig heute. Aus der Ferne erkenne ich ein mir bekanntes Gesicht, aber da ist er auch schon an mir vorbei, ich rufe hinter her, es ist Holger wir sagen kurz Hallo, Holger ist auf dem Weg zum Wannsee zum baden. Weiter gehts. Viel gesprochen wird jetzt nicht mehr. Wir erreichen den S-Bahnhof Witzleben, Micha stellt die alles entscheidene Frage S-Bahn ja oder nein? Ich verneine und damit gehts mit dem Fahrrad weiter bis nach Hause. Um 16:15 Uhr, nach 84 km erreichen wir gesund und wohlerhalten, schon etwas schwere Beine, den Prenzlauer Berg.

Paula wartet schon sehnsüchtig, wir schnappen sie und das Auto und fahren nach Pankow an den Baggersee und springen alle drei ins Wasser, ganz schöne Abkühlung. Auf dem Rückweg besuchen wir noch Sanni und Toy, hier bekommen wir auch gleich noch Abendbrot und ein bisschen zu trinken. Ein schöne Tag geht zu Ende, wir haben sehr gut geschlafen :-)